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Ratgeber · Aufträge

„Ich habe genug Aufträge.“ Brauche ich trotzdem eine Website?

Diesen Satz hören wir in fast jedem ersten Gespräch. Und er ist berechtigt: Wenn das Auftragsbuch voll ist, warum sollte man Geld in eine Website stecken? Die ehrliche Antwort hat drei Teile, und keiner davon lautet „damit Sie mehr arbeiten“.

1. Wer Sie empfiehlt, googelt Sie trotzdem

Mundpropaganda ist im Handwerk Gold wert, daran ändert sich nichts. Aber die Empfehlung läuft heute anders ab als früher. Der Nachbar sagt: „Ruf mal die Firma Müller an, die haben unser Dach gemacht.“ Und was macht der Interessent als Erstes? Er tippt „Müller Bedachung“ bei Google ein, bevor er zum Hörer greift.

Mehr als 9 von 10 Verbrauchern recherchieren online, bevor sie einen Handwerksbetrieb kontaktieren. (Quelle: Bitkom)

Findet er eine ordentliche Seite, ruft er an. Findet er nichts, eine Fehlerseite oder einen Auftritt von 2012, wandert der Blick zum nächsten Treffer. Die Empfehlung war da, aber sie ist genau an der Stelle verpufft, die Sie nie zu sehen bekommen. Eine gute Website macht aus Mundpropaganda erst den Anruf.

2. Voll ist nicht gleich gut

Ein volles Auftragsbuch heißt nicht automatisch, dass es die richtigen Aufträge sind. Viele Betriebe sind ausgelastet mit margenschwachen Jobs oder als Subunternehmer für andere. Wer online sichtbar und überzeugend auftritt, zieht die lukrativeren Direktkunden an, die schon vorinformiert und entschieden anrufen. Sie bekommen damit nicht mehr Arbeit, sondern die freie Auswahl, welche Arbeit Sie annehmen.

3. Die Auftragslage dreht. Sichtbarkeit bleibt.

Der Neubau ist eingebrochen, viele Betriebe leben gerade von Sanierung und Reparatur. Niemand weiß, wie das Auftragsbuch in zwei Jahren aussieht. Die Betriebe, die dann noch gefunden werden, sind die, die heute sichtbar sind. Eine Website ist keine Ausgabe für den guten Monat, sie ist die Absicherung für den schlechten.

Und der eigentliche Engpass heißt sowieso Personal

Bei den allermeisten Betrieben, mit denen wir sprechen, sind nicht die Kunden das Problem, sondern die Mitarbeiter. Über 200.000 Stellen sind im Handwerk unbesetzt, und der nächste Geselle entscheidet anhand Ihres Online-Auftritts, ob er sich überhaupt bewirbt. Dazu haben wir einen eigenen Beitrag geschrieben: Warum Ihre Website der beste Mitarbeiter-Magnet ist.

Wie steht Ihr Betrieb online da?

Wir schauen uns Ihren aktuellen Auftritt an und sagen Ihnen in drei Punkten ehrlich, was gut ist und was Sie Aufträge kostet. Kostenlos, kein Verkaufsanruf.

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